Wasserspender für Krankenhaus und Pflegeeinrichtungen

Redaktion Wasserspenderratgeber Zuletzt aktualisiert: Lesezeit: ca. 4 Min.

Illustration: Weißer leitungsgebundener Wasserspender mit verdecktem Auslauf und Becherspender im Flur einer KlinikKI-generiertes Symbolbild

In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen empfehlen Behörden ausschließlich leitungsgebundene Wasserspender ohne frei zugänglichen Zapfhahn [1]. Die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen rät wegen abwehrgeschwächter Bewohner und Patienten grundsätzlich zur Zurückhaltung und schließt Hochrisikobereiche ganz aus [2]. Wer Spender betreibt, braucht einen Hygieneplan, Wasseruntersuchungen (in der Probephase wöchentlich über mindestens vier Wochen) und eine lückenlose Dokumentation [2] [3].

Inhalt
  1. Was Behörden für Krankenhaus und Pflege empfehlen
  2. Anforderungen an das Gerät
  3. Hygieneplan und Wasseruntersuchungen
  4. Kosten
  5. Anbieter

Was Behörden für Krankenhaus und Pflege empfehlen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für Krankenhäuser und andere Einrichtungen, in denen Menschen erkrankungs- oder altersbedingt abwehrgeschwächt sind, Wasserspender, die direkt an die Trinkwasserleitung des Gebäudes angeschlossen werden, und Geräte ohne frei zugänglichen Zapfhahn [1]. Gallonengeräte mit großen Wasserbehältern scheiden damit praktisch aus.

Die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen geht in einem älteren Merkblatt noch weiter: Aus hygienischer Sicht rät sie von Wasserspendern in medizinischen und Pflegeeinrichtungen grundsätzlich ab, in Hochrisikobereichen soll gar kein Gerät aufgestellt werden. Wer dennoch Spender betreibt, ist als Lebensmittelunternehmer für die gesundheitliche Unbedenklichkeit des Wassers verantwortlich [2].

Anforderungen an das Gerät

  • Schutz gegen Keimeintrag über die Leitung, die Kohlensäure und den Auslauf [2]
  • Verdeckter Auslass, den weder Becher noch Hände berühren können [2]
  • Einfache Bedienung, bei Bedarf mit bebilderter Anleitung am Gerät [2]
  • Keine Hebel, gegen die ein Trinkgefäß gedrückt wird [2]
  • Glattes, desinfektionsmittelbeständiges Gehäuse [2]
  • Wirksames Konzept zur laufenden Desinfektion der wasserführenden Teile [2]

Einige Anbieter haben eigene Systeme für diesen Bereich. Die Stadtwerke München bieten für ihr leitungsgebundenes Gerät ein Hygienesystem an, das ausdrücklich für besonders sensible Bereiche wie Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen gedacht ist und zweimal im Jahr gewartet wird [4].

Hygieneplan und Wasseruntersuchungen

Die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen nennt einen klaren Ablauf [2]. Die Hygienefachkräfte der Einrichtung sollen früh in die Entscheidung einbezogen werden, der Umgang mit den Spendern gehört in den Hygieneplan. Vor dem Dauerbetrieb empfiehlt sie eine befristete Probeaufstellung mit wöchentlichen Wasseruntersuchungen über mindestens vier Wochen, danach Untersuchungen in einem festen Rhythmus, etwa vierteljährlich.

Pflege- und Prüfintervalle laut Merkblättern von Behörden
MaßnahmeIntervallQuelle
Desinfektion aller wasserführenden TeileMindestens wöchentlich bis alle zwei Wochen[2]
Wischdesinfektion von Gehäuse, Zapfhahn, TropfenfängerTäglich[2]
Ablaufenlassen nach der NachtMorgens 1 bis 2 Liter[2]
Wasseruntersuchung in der ProbephaseWöchentlich über mindestens vier Wochen[2]
Wasseruntersuchung im BetriebZum Beispiel vierteljährlich, je nach Ergebnissen[2]
Behälter bei freistehenden GerätenSpätestens nach zwei Wochen tauschen[2]

Ein hessisches Gesundheitsamt empfiehlt allgemein mindestens jährliche mikrobiologische Untersuchungen und je nach Nutzerkreis, etwa im Krankenhaus, kürzere Intervalle. Untersucht werden unter anderem Pseudomonas aeruginosa, Enterokokken, coliforme Bakterien und E. coli [3].

Einführung eines Wasserspenders nach dem Merkblatt der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen

  1. Hygienefachkräfte einbinden

    Die Hygienefachkräfte der Einrichtung entscheiden mit; der Umgang mit den Spendern wird Teil des Hygieneplans [2].

  2. Gerät auswählen

    Nur leitungsgebundene Geräte mit verdecktem Auslass, glattem, desinfektionsmittelbeständigem Gehäuse und Konzept zur laufenden Desinfektion [1][2].

  3. Befristete Probeaufstellung

    Wöchentliche Wasseruntersuchungen über mindestens vier Wochen, bevor der Dauerbetrieb beginnt [2].

  4. Personal einweisen

    Der Anbieter weist das Personal ein; nur eingewiesene Mitarbeitende reinigen und desinfizieren [2].

  5. Dauerbetrieb

    Wasserführende Teile mindestens wöchentlich bis alle zwei Wochen desinfizieren, Gehäuse und Zapfhahn täglich, morgens 1 bis 2 Liter ablaufen lassen, Untersuchungen zum Beispiel vierteljährlich [2].

  6. Dokumentieren

    Prüfberichte, Filterwechsel und Reinigungen lückenlos festhalten [2].

  • Hygienefachkräfte und Hygieneplan einbinden
  • Nur leitungsgebundene Geräte mit verdecktem Auslass
  • Probeaufstellung mit begleitenden Wasseruntersuchungen
  • Einweisung des Personals durch den Anbieter; nur eingewiesenes Personal reinigt
  • Feste Zuständigkeit und tägliche Reinigung
  • Einmalbecher bevorzugen und staubgeschützt bereitstellen
  • Prüfberichte, Filterwechsel und Reinigung dokumentieren

Kosten

Leitungsgebundene Geräte kosten bei den Berliner Wasserbetrieben zur Miete 89 bis 199 € netto im Monat inklusive halbjährlicher Wartung [5]. In Krankenhaus und Pflege kommen kürzere Wartungsintervalle, häufigere Laboruntersuchungen und der Personalaufwand für die tägliche Hygiene hinzu. Die Laborpreise unterscheiden sich je nach Region und Umfang; fragen Sie vor der Entscheidung Angebote an. Wie es in Arztpraxen aussieht, beschreibt der Beitrag Wasserspender für die Arztpraxis, Grundlagen der Hygiene der Ratgeber Wasserspender und Hygiene.

Anbieter

Fragen Sie Anbieter gezielt nach Erfahrungen in Kliniken und Pflegeheimen, nach Hygienesystemen für sensible Bereiche, nach der Organisation von Wasseruntersuchungen und nach der Einweisung des Personals. Allgemeine Hinweise zur Wahl des Geräts gibt der Ratgeber Wasserspender fürs Büro, regionale Anbieter finden Sie etwa für München und Berlin.

Anbieter leitungsgebundener Wasserspender · Angaben laut Anbieter-Website, zuletzt geprüft am jeweils angegebenen Datum
AnbieterSystemeGebietGeprüft
Culligan Deutschland
Website
GalloneFestwasserSprudelHeißwasser bundesweit 10/2026
aboutwater
Website
GalloneFestwasser München 10/2026
Aquatechnik-Röhl (aquaspender.de)
Website
Festwasser Stuttgart 10/2026
BarockQuelle (BQ Dresden GmbH)
Website
Gallone Dresden, Leipzig, Berlin 10/2026
Berliner Wasserbetriebe
Website
FestwasserSprudelHeißwasser Berlin 10/2026
Bosta Kaffee
Website
Sprudel Nürnberg, Fürth, Erlangen 10/2026
bottlewater.de (Getränke Hax)
Website
Gallone Essen, Düsseldorf, Duisburg, Bochum 10/2026
Crystal Waters
Website
GalloneFestwasserSprudelHeißwasser Köln, Düsseldorf, Frankfurt, Essen, Dortmund, Duisburg, Bochum, Bonn, Wuppertal 10/2026
Glimmer Aqua Nürnberg
Website
Gallone Nürnberg 10/2026
HAMBURG WASSER
Website
FestwasserSprudel Hamburg 10/2026
Jakob Wassertechnik
Website
Festwasser Augsburg, Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München, Stuttgart 10/2026
Kaffee-Service Frankfurt (Firma Bondi)
Website
SprudelHeißwasser Frankfurt 10/2026
Mutto Quellwasser
Website
Gallone Hamburg 10/2026
SWM Services (M-Wasserbar)
Website
FestwasserSprudel München 10/2026
thisWater Hansequelle
Website
Hamburg 10/2026

Häufige Fragen

Sind Wasserspender im Krankenhaus erlaubt?

Behörden raten zur Zurückhaltung: Die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen rät von Wasserspendern in medizinischen und Pflegeeinrichtungen grundsätzlich ab und schließt Hochrisikobereiche aus [2]. Wer Spender betreibt, ist für die Wasserqualität verantwortlich.

Welche Geräte eignen sich?

Leitungsgebundene Geräte ohne frei zugänglichen Zapfhahn, wie sie das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt [1], mit verdecktem Auslass und laufender Desinfektion [2].

Wie oft muss das Wasser untersucht werden?

In der Probephase wöchentlich über mindestens vier Wochen, danach zum Beispiel vierteljährlich [2].

Wie oft muss das Gerät desinfiziert werden?

Die wasserführenden Teile mindestens wöchentlich bis alle zwei Wochen, Gehäuse und Zapfhahn täglich [2].

Redaktion Wasserspenderratgeber

Redaktionell geprüft. Wir recherchieren Preise und Anbieterangaben aus öffentlich zugänglichen Quellen und aktualisieren sie regelmäßig. Unsere Methodik

Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert:

Quellen

  1. Bundesinstitut für Risikobewertung: Presseinformation 51/2017 – Hygienischer Betrieb von Wasserspendern (öffnet in neuem Tab) (abgerufen am 17.10.2026)
  2. Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen: Hinweise zum hygienischen Umgang mit Wasserspendern in medizinischen und Pflegeeinrichtungen (öffnet in neuem Tab) (abgerufen am 17.10.2026)
  3. Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gesundheitsamt: Wasser- und Getränkespender – Hygienischer Betrieb (öffnet in neuem Tab) (abgerufen am 17.10.2026)
  4. Stadtwerke München: M-Wasserbar für Geschäftskunden (öffnet in neuem Tab) (abgerufen am 17.10.2026)
  5. Berliner Wasserbetriebe: Preisübersicht Wasserspender (öffnet in neuem Tab) (abgerufen am 17.10.2026)
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